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Entwicklung und Vermarktung einer Animationsserie für die Vorprogramme der Gildenkinos
Erst durch einen besonderen Wert wird ein Ereignis zu einem Erlebnis und zu einer über einen langen Zeitraum im Gedächtnis bleibenden Erinnerung. Deshalb sind Kinobesuche immer besondere Erlebnisse.
Wir als Konsumenten suchen nach jenen medialen Angeboten, die ein größtmögliches Erlebnis versprechen. Der „Erlebniswert“ eines Produkts hat sich also mittlerweile vor den Gebrauchswert geschoben – das Erlebnis ist der Wert an sich.
Und genau hier liegt prinzipiell der Vorteil des Kinos gegenüber anderer medialer Unterhaltung. Prinzipiell deswegen, weil sich die Kinolandschaft zusehenst vereinheitlicht. Der einzelne Kinobesuch ist nicht länger ein Erlebnis von höherem Wert als das Schauen einer DVD mit Raumklang oder dem Spielen eines Computerspiels, in das man aktiv eingreifen kann.
Kino steht per se für das Versprechen von Erlebnissen. Da aber alle großen Kinoketten mit ihren Multiplex-Kinos ein ähnliches Erlebnis anbieten (die Wahrnehmung ist auf das amerikanische Unterhaltungskino trainiert), sollte es innerhalb dieses standardisierten Kinomarkts einen neuen Ansatz geben.
Die Programmkinos sind am wahrscheinlichsten in der Lage der Nivellierung der Kinolandschaft entgegenzuwirken. Multiplexkinos können in den wenigsten Fällen den Geruch des Künstlichen und allzu Perfekten ablegen. Man kann den Multiplexen und ihren Betreibern allerdings momentan vorwerfen, einer traditionsreichen, etablierten und gut funktionierenden Kinokultur in Deutschland die Luft zum Atmen zu nehmen. Dies ist der Grundansatz für eine Aufwertung der Programmkinos gegenüber den Großkinos mittels einer Neugestaltung der Vorprogramme. Dabei konzentriert sich diese Arbeit auf die Mitgliedskinos der AG Kino – Gilde, einem Verein, in welchem über 300 deutsche Programmkinos organisiert sind. Diese nennen sich „Gildenkinos“ und stehen mit ihrem Programm für eine Erhaltung der europäischen Filmkultur und Arthaus- Film- Szene ein.
Es entstand daher die Idee einer neunteiligen Animationsserie mit dem Titel „Der Tagwerker“. Diese jeweils 2 bis 3 Minuten langen Filme werden noch vor der Werbung im Gildenkino gezeigt und werten das gesamte Geschehen vor dem Film auf und geben den Gildenkinos darüber hinaus ein einprägsames, einheitlicheres Gesicht.
Begleitet wird diese handgezeichnete Animationsserie durch kundenbindende Aktionen im und um das Kino herum. Die Filme sind zum einen ein eigenständig funktionierendes Produkt und zum anderen eine starke Werbemaßnahme für die Gildenkinos, die diese exklusiv zeigen.
Inhalt der Filme ist das Leben des Tagwerkers- eines bieder wirkenden Mannes, der vom Kino fasziniert ist und geradezu beflügelt wird seine graue triste Umwelt zu verändern.
In jeder der neun Episoden wird der Tagwerker durch einen Kinofilm auf eine besondere Idee gebracht. Dieser Geistesblitz wird durch eine blaue Kiste dargestellt, welche für ihn und alle anderen Personen im Film sichtbar ist. Die Kiste symbolisiert die Idee des Tagwerkers. Sie verhüllt und beschützt diese solange, bis sich das Geheimnis um das Treiben des Tagwerkers lüften soll.
Seine Mitmenschen sind ebenso grau und trist wie die Stadt in der sie leben und sie stehen dem Tagwerkers äußerst skeptisch gegenüber.
In dem Moment, in dem sich jedoch das Tagwerk dieses unscheinbaren Mannes offenbart sind sie begeistert von dessen Visionen. Sie eifern ihm nach und wollen es ihm gleichtun, was nicht selten in ein skurriles Finale mündet.
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