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Die der Diplomarbeit zugrunde liegende Idee ist es, eine Präventionskampagne zum o. g. Thema zu entwickeln und zu gestalten und damit die erste bundesweite Maßnahme zu initiieren. Dass ein großer Bedarf an Gewaltpräventions- maßnahmen vorliegt, wird tagtäglich durch Statistiken und entsprechende Medienberichte belegt.
Auslöser für das große Interesse der Öffentlichkeit war der Amoklauf des Schülers Robert Steinhäuser im Jahr 2002 am Erfurter Gutenberg-Gymnasium. Seitdem ist viel diskutiert und unternommen worden, um die wachsende Gewalt an Schulen einzudämmen. Viele Einzelmaßnahmen und kleine Initiativen haben sich gebildet – was im bundesweiten Durchschnitt aber immer noch zu wenig ist. In vielen Fällen ist es jedoch bei der Diskussion geblieben – Lehrer, Schüler und Eltern haben sich gegenseitig des Versagens beschuldigt und Verantwortlichkeiten wurden reihum verschoben. Eine Statistik aus dem fränkischen Raum, die vom Bundeskriminalamt in Auftrag gegeben wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass fünf Prozent der deutschen Schüler regelmäßig physische Aggressionen zeigen, 13 Prozent geben ein Raub- oder Erpressungsdelikt zu; acht Prozent bedrohen ihr Opfer mit Messern oder Pistolen und jeder dritte Schüler hat Angst, allein den Schulweg anzutreten oder auf den Pausenhof zu gehen. Diese Studie kommt zu ähnlichen Ergebnissen wie vergleichbare Erhebungen, die z. B. auf Landesebene durchgeführt worden sind. Somit kann sie als repräsentativ für den Bundesdurchschnitt gewertet werden. Auch die Polizeiliche Kriminalstatistik, kurz PKS, belegt eine Zunahme von Körperverletzungsdelikten bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Diese Zahlen beschreiben einen Teil der Realität an deutschen Schulen, an denen der Ton und die Sitten rauer und härter geworden sind – Zustände wie in der Bronx liegen glücklicherweise noch in der Ferne. Obwohl die Berichterstattung der Medien das häufig glaubhaft machen wollen, indem sie Taten aus dem Zusammenhang reißen und undifferenziert darstellen. Statistiken oder Medienberichte sagen aber nichts über die Ursachen von Gewalt aus. Denn eine Gewalttat ist nicht der erste Schritt, sondern meist die letzte Antwort auf missglückte Erfahrungen und Erlebnisse. Die Schicksale, die solche Kinder und Jugendlichen mit sich herumtragen, geben die Antwort für zukünftige pädagogische Konzepte.
Die Kampagne 180 Grad – Zeit für neue Helden möchte dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche verstehen, dass Veränderung im Leben möglich und eine Abkehr von Problemlösungen mittels Gewalt ein notwendiger Schritt ist, um auch im weiteren Leben Erfolg zu haben. Erfolg meint in diesem Fall nicht ausschließlich den schulischen oder beruflichen Erfolg, sondern ebenso Respekt und Anerkennung vor der eigenen Person und den Mitmenschen. Für dieses Ziel sollen sie, genauso wie Lehrer und Eltern, Hilfe und Begleitung erfahren, um den Prozess der 180 Grad-Wende anzugehen und erfolgreich zu bewältigen. Wie genau diese Schritte und Maßnahmen aussehen, erfahren Sie in meiner Diplomarbeit.
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