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"Silberner Uhu" für den gelungenen Lappenkiebitz Bereits zum vierten Mal wurde am Sonnabend der begehrte Silberne Uhu vom Förderkreis Museum Heineanum e. V. an bedeutende Künstler der Vogelmalerei verliehen. Mehr als 60 Kunstschaffende der Vogelmalerei wetteiferten um die Auszeichnung, die nur alle zwei Jahre vergeben wird. Diesjährige Preisträgerin ist die Grafikdesignerin Francesca Mailandt aus Hennef bei Bonn.
Die Entscheidung der Jury ist gewiss für viele hier eine Überraschung. Als Preisträger bekommen sie ausgerechnet fast den kleinsten und unscheinbarsten Wettbewerbsbeitrag präsentiert. Es handelt sich nicht einmal um ein Gemälde, das man als die vornehmste Art der Malerei anzusehen geneigt ist, sondern nur um eine Handzeichnung, um ein Aquarell, genauer gesagt. Künstlerisch allerdings gilt die Handzeichnung dem Gemälde nicht als untergeordnet. Im Gegenteil: Sie ist sogar in gewisser Hinsicht höher einzuschätzen, insofern sie nämlich der Idee, dem Konzept, dem Geistigen näher steht als die spätere materielle Umsetzung. Es gibt also keinen Grund, ein Aquarell nicht als vollwertigen Wettbewerbsbeitrag anzusehen. Selbstverständlich sieht sich die Vogelmalerei wie im allgemeinen die Tiermalerei, Vorbehalten hinsichtlich ihrer ästhetischen Vollwertigkeit ausgesetzt. Natürlich wird hier oft die Frage nach der Unterscheidung zwischen Kitsch und Kunst und den diesbezüglichen Grenzen aufgeworfen. Die Preisträgerin den MoVo zeigt, wie auf jeden Effekt, auf alles Virtuosentum, auf Äußerlichkeiten verzichtet werden kann, wie in der Vogelmalerei auch sichere Könnerschaft im Zeichnerischen, teilnehmende Beobachtung (Sympathie genannt) und Lauterkeit in der Umsetzung herrscht. Das diesjährige Siegerbild hat die Jury durch die Stimmigkeit zwischen würdigender Zuneigung zum Objekt und den eingesetzten malerischen Mitteln überzeugt. Der Lappenkiebitz (oder auch Maskenkiebitz / engl.: Masked Lapwing / frz. Vanneau soldat) kommt in Australien, Tasmanien, Neuguinea und Neuseeland vor, ist also eine "exotische" Art. Er ist etwas größer als unser europäischer Kiebitz (etwa taubengroß) und bewohnt offenes Grün- und Kulturland und Gewässerränder; Weltbestand ca. 250.000-300.000 Vögel, zunehmend, da Kulturfolger. Die Zeichnerin gibt an, gerade durch das "eigenartige Aussehen" zu dieser Arbeit angeregt worden zu sein; gerade die "außergeöhnliche Form, die auffallend gelbe Farbe und Beschaffenheit des Lappens und die Stofflichkeit des Lappens im Gegensatz zu dem - da haben wir es wieder - schlichten, unauffälligen Federkleid" haben sie gereizt. Ein Lappenkiebitz ist also ein Kiebitz mit einem Lappen und Francesca Mailandt hat beides wundervoll gemalt, die Weichheit des Gefiedersm Charakteristik in der Haltung, anatomische Korrektheit, sensibel abgestimmtes Kolorit. Das Blatt zeichnet sich durch eine hohe Präzision im Detail aus, ohne dadurch pedantisch zu wirken. Francesca Mailandt ist 1975 in Bonn geboren und es wird Sie nicht überraschen zu hören, dass die Urheberin dieser gekonnten Darstellung eine professionelle Ausbildung durchlaufen hat, nämlich ein Studium an der Rhein-Sieg-Akademie für realistische Bildende Kunst und Design. Eine Kunstschule also, wo es nicht um die zweckfreie, eben die so genannte "freie Kunst" geht, sondern wo Kunst hinsichtlich ihrer Zweckanwendung gelehrt und gelernt wird. Francesca Mailandt studierte hier Grafikdesign und Illustration. Seither arbeitet sie als Grafikerin und ist seit einiger Zeit auch Dozentin für wissenschafltiche Illustration an der Rhein-Sieg-Akademie. Die naturkundliche Illustration war bereits während ihres Studiums eines ihrer Interessensfelder, doch hat sie seither, wenn ich recht sehe, auch schon Proben freier Kunst gegeben. Die Preisträgerin ist keine Newcomerin auf unserem Gebiet; sie beteiligt sich seit rund 10 Jahren an Ausstellungen, auch an de einschlägigen Ausstellung "Wild in de Natuur" in Enschede/Niederlande, 2007 hat sie sich auch bereits an der MoVo beteiligt. Die Zeichnerin gibt nur den Kopf des Vogels, der als pars pro toto für das Ganze steht. Man beachte, wie die Zeichnung von bildmäßiger Wirkung ist, will sagen, dass sie in einem ausgewogenen Verhältnis zur Bildfläche steht, wobei die Zeichnerin selbst noch die Signatur kompositorisch wirkungsvoll einsetzt. Den Mittelpunkt der Komposition und des Blattes nimmt ein großes rundes Auge ein. Und in diesem Auge liegt ein stark Links: www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/lokalausgaben/halberstadt/& |
Pressekontakt
Rhein-Sieg-Akademie, 53773 Hennef/Sieg Tel.: 0 22 42 / 969 88 60 Ansprechpartner: Ulrike Schlie |
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(c)2010 Rhein-Sieg-Akademie, für Realistische Bildende Kunst u. Design. | ||||||